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Peripetia startete mit „Frühlings Erwachen“
Mit der Verabschiedung von Herrn Wilhelm und Frau Dietz ging eine Theater-Ära an der Rheingauschule in den Ruhestand. Diesen beiden Kollegen hat die Rheingauschule viele großartige Produktionen zu verdanken, die auch die Stadt Geisenheim um ein großes Stück Kultur bereichert haben.
Doch immer, wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich auch eine neue.
Und so begann die neue Theater-AG Oberstufe unter der Leitung von Frau Hagen ihre Arbeit im Schuljahr 2009/10. Frau Hagen leitete bereits die Theater-AG an der Oranienschule Wiesbaden mit dem Schwerpunkt auf das „Sprechtheater“ und der Inszenierung von Klassikern wie „Woyzeck“ und „Andorra“.
Mit einigen Schülerinnen der ehemaligen "Dietz-Truppe" und vielen neuen theaterbegeisterten Schülern und Schülerinnen gingen wir sehr rasch die neue Produktion an. Gemeinsam entschieden wir uns für „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind, ein Stück, das an Brisanz und Aktualität bis heute nichts eingebüßt hat, ein sehr schweres Stück mit vielen Szenen, die die Schüler und Schülerinnen an ihre Grenzen brachten.
Ohne das Vorwissen der routinierten Schauspielerinnen, das enorme Engagement und nicht zuletzt das Durchhaltevermögen der ganzen Truppe wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen.
Das ganze Schuljahr hindurch probten wir intensiv, Vanessa Strieth schrieb Zusatzszenen, damit alle spielen konnten, wir diskutierten Interpretationen, Bühnenbild und Kostüme. Dabei setzen wir stets auf demokratische Entscheidungsprozesse, in denen die Schüler und Schülerinnen große Verantwortung und Disziplin bewiesen.
Ohne dies und ohne die Bereitschaft auch in der Regie mitverantwortlich zu agieren, hätten wir sicherlich nicht nach einem Jahr aufführen können. Christina Schultz und Vanessa Strieth arbeiteten intensiv in der Regie mit und probten sogar, wenn ich als Leiterin in anderen Aufgaben gebunden war. Am Ende des Schuljahres verlegten wir unsere Arbeit auf die Wochenenden um pünktlich Anfang September aufführen zu können. Die Arbeit war unglaublich bereichernd, intensiv, produktiv und kreativ – und trotz aller Anstrengungen konnten wir gemeinsam dieses anspruchsvolle Stück erfolgreich auf die Bühne bringen. Das ganze Team ist während dieser Zeit zusammengewachsen und jeder Schüler und jede Schülerin ist über sich selbst enorm hinausgewachsen.
Das macht für mich die Theaterarbeit mit Schülern so reizvoll und befriedigend. Theater ist mehr als „nur aufführen“, Theater heißt präsentieren lernen, Körper und Stimme gezielt einsetzen können, über Literatur und ihre Wirkungsabsicht intensiv reflektieren, eigene Grenzen erfahren und vielleicht überschreiten und für sich selbst ein großes Stück an Erfahrung ganz persönlicher Art mitzunehmen.
Der Erfolg an den drei sehr gut besuchten Aufführungen zeigte der Gruppe, dass sich all die Arbeit gelohnt hat. An diesen Abenden waren wir glücklich und absolut zufrieden und dies wurde auch entsprechen gefeiert.
Noch einmal gilt mein Dank allen, die zur Realisierung des Projektes beigetragen haben, zuerst natürlich den Schülern und Schülerinnen für ihren großartigen Einsatz, der Fachschaft Kunst, dem Kunst-LK, Frau Schultz für die Frisuren und das Coaching während der Aufführungen, Frau Kissel für das tolle Plakat, den Kolleginnen und Kollegen für ihre Nachsicht bei Fehlstunden, der Schulleitung für ihre große Unterstützung und allen, die ich nicht genannt, aber sicher nicht vergessen habe.
Auch in diesem Jahr geht es mit einer neuen Truppe weiter. Wir werden "Die Physiker" von Dürrenmatt aufführen – wieder Anfang des nächsten Schuljahres, da unser aktuelles sehr kurz ist. Genaue Termine werden auf der Homepage bekannt gegeben und wir freuen uns schon jetzt auf unser Publikum.
weitere Bilder von der Theater-AG Peripetia
Artikel aus dem Wiesbadener Tagblatt über die Aufführung des Stücks "Frühlings Erwachen"
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